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Tagebuch - IRONMAN World Championship 2026, KAILUA-KONA Hawaii
11.10.2026
Die Nacht nach dem Wettkampf kann ich nie schlafen.
Der Körper ist noch auf Wettkampfmodus, das bin ich schon gewöhnt.
Man lässt noch einmal den ganzen Tag Revue passieren.
Im Nachhinein bin ich mit meinem Ergebnis zufrieden.
Sicherlich wäre ich gerne mit einem unversehrten Knie an den Start gegangen.
Aber ich habe die Sache ganz gut hinbekommen.
Auch wenn man unterwegs manchmal komische Gedanken hat, man hat ja viel Zeit auf dem Rad, bin ich doch froh und stolz.
Es waren harte Gegebenheiten für die Profis wie auch für die Agegrouper.
Manch Profi hat nicht das Ziel erreicht, daher kann ich stolz sein.
Es ist toll Teil einer solchen Gemeinschaft zu sein und Hawaii ist immer eine Reise wert.
Mein Knie ist wie erwartet wieder dick und schmerzt, das war zu erwarten.
Jetzt heißt es wieder kühlen und schonen.
Am Abend fand noch die Siegerehrung statt. Die ersten 5 von jeder Altersklasse sowie jeweils die besten 10 Profis werden auf der Bühne geehrt.
Es gibt eine traditionelle Schale.
Der erste Athlet in jeder Altersklasse hat automatisch die Qualit für die WM im nächsten Jahr.
Die Ehrung findet im Freien statt. Am Anfang war der Himmel sehr bewölkt und dunkel.
Es hat ganz leicht geregnet. Dadurch, dass es so warm ist hat das niemanden gestört. Glücklicherweise hat der Regen auch nicht lange angehalten.
Die erste Profifrau sowie der erste Profimann halten jeweils noch eine Rede.
Ach fast vergessen, natürlich hat es ein leckeres Büffet gegeben.
Es war für jeden etwas dabei.
Da Werner sich für den Wettkampf eine VIP Karte gekauft hatte haben wir auch separat gesessen. Die Tische waren sehr schön eingedeckt.
Wir sind noch ein paar Tage hier und genießen noch etwas die Zeit, bevor uns zu Hause wieder der Alltag einholt.
Wir tanken noch einige Sonnenstrahlen im Hinblick auf unser Wetter zu Hause
10.10.2026 - Wettkampf
Der Rennbericht für die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft auf Hawaii ist etwas Besonderes.
Viele Triathleten haben den einen Traum, einmal auf Hawaii zu starten und ich stehe bereits das 5. Mal in Hawaii und war einmal in Nizza an der Startlinie.
Die Nacht vor dem Wettkampf ist immer etwas unruhig.
Ich stelle mir vorsorglich den Wecker auf 2:30 Uhr, in der Regel wache ich sogar oftmals alleine auf.
In dieser Nacht bin ich jedoch viel früher von einem Geräusch aufgewacht, was ich nicht deuten konnte.
Der Blick aus dem Fenster war ernüchternd. Es hat wie verrückt geregnet.
Das war unglaublich, man ist auf Hawaii und es regnet in Strömen. Man kann die Situation nur annehmen und weiter schlafen.
Kurz vor dem Klingeln des Weckers bin ich tatsächlich aufgewacht. Es gibt zuerst einen Kaffee, ganz gemütlich auf dem Balkon. Als Frühstück gibt es lediglich ein Stück Hefekuchen.
Mein Magen möchte so früh noch nicht wirklich ein Frühstück.
Werner ist selbstverständlich mit mir aufgestanden und ebenfalls etwas frustriert über das Wetter.
Wir machen uns langsam fertig und packen die Sachen für die Wechselzone.
Kurz vor halb 5 Uhr fahren wir mit HHT in Richtung Pier.
Alle Athleten müssen von hinten in die Wechselzone. Es wird noch geprüft, ob jeder seine Startnummer auf dem Arm hat. Bei den Profis wie auch bei den Agegroupern das gleiche Prozedere.
Aufgrund meiner kleinen Startnummer stehe ich ziemlich nah am Ausgang der Wechselzone.
Ich bringe vorsichtshalber meine eigene elektrische Luftpumpe mit. Da habe ich keinen Stress und mein eigenes Material. Nach der Luft kommt noch die Verpflegung ans Rad. An die Wechselbeutel kommt man am Wettkampftag nicht mehr. Die Wechselzone ist einigermaßen beleuchtet, ich benötige keine eigene Lampe.
Nachdem alles erledigt ist stelle ich mein Fahrrad zurück und gehe in Richtung Ausgang.
Noch schnell den Streetwear-Beutel abgeben, vorsorglich bin ich mit Ikea-Schlappen ausgestattet.
Ist angenehmer für die Wartezeit. Wir sitzen vor dem Hotel, wie viele andere auch, und warten auf den Start.
Es sind einige Profis mit Kühlwesten zu sehen. Ich muss ehrlich gestehen, ich habe mir keine Gedanken wegen der Wärme gemacht.
Ach ja, ich verdiene auch kein Geld damit, daher kann ich das Rennen entspannt sehen.
Kurz nach Sonnenaufgang, um 6:20 Uhr starten die Profi Männer.
5 Minuten später die Profi Frauen.
Die Frauen ab AK 55 starten als erste Gruppe der Agegrouper.
Wir haben rote Bademützen und stehen zusammen im Startkanal.
Sobald die Profifrauen gestartet sind dürfen wir ins Wasser und bis zur Startlinie schwimmen.
Eine Gruppe Stand-up Paddlern kreisen hin und her, damit niemand über die imaginäre Startlinie schwimmt.
Gefühlt ist das Wasser sehr ruhig, kaum Wellen.
Man hat kein Gefühl, wie lange man bereits im Wasser ist und wartet angespannt auf das Signal.
Sobald sich die Paddler aufrichten und die Boards in Schwimmrichtung bringen ist klar, jetzt kommt gleich der Startschuss.
Ich habe mich ziemlich hinten und auf der linken Seite angeordnet. Lieber etwas mehr aber dafür ruhig schwimmen.
Mein Knie brennt etwas, da die Wunde noch nicht geschlossen ist, das ist jedoch mein kleinstes Problem.
Der Startschuss fällt und der Wettkampf beginnt. Die ersten Meter sind immer etwas holprig, man muss seinen Rhythmus finden. Das mit dem Rhythmus klappt heute leider gar nicht.
Je weiter wir raus schwimmen, desto welliger wird die Geschichte. Ich überlege, ob ich noch empfindlicher auf Wellengang reagiere, merke jedoch, dass wir relativ hohen Wellengang haben.
Mein Magen rebelliert inzwischen, mir ist übel, ich habe Orientierungsprobleme.
Alles Dinge, die man eigentlich nicht haben möchte. Gefühlt komme ich kaum vorwärts.
Ich schwimme teilweise Brust um mich zu orientieren und meine Übelkeit etwas in den Griff zu bekommen.
Die Strecke zieht sich, bis ich endlich die Wende (das Boot) sehe.
Inzwischen diskutiere ich heftig mit mir selbst.
Künftig kein Wettkampf im Meer, das muss ich mir nicht antuen.
Ich habe Probleme mich zu orientieren, suche das Pier.
Irgendwann höre ich Stimmen und weiß, okay jetzt kann es nicht mehr so weit sein.
Es gibt viele helfende Hände, die die Athleten aus dem Wasser ziehen.
Mein Schwimmanzug bekomme ich auch noch geöffnet.
Ich dusche mich ausgiebig ab, vor allem mein Knie, das Salzwasser muss runter.
Den Wechselbeutel bekomme ich gereicht.
Schnell das Knie kurz eingecremt, Schuhe an und ab zum Rad. Helm auf und dann geht es schon los.
Werner steht an der Radstrecke und feuert mich an. Es gibt eine kurze Fahrt durch die Stadt bevor es auf den Queen Ka’ahumanu Highway geht.
Die Straße ist nass, es regnet leicht. Was für ein verrücktes Wetter.
Der Regen hält nicht lange an, dann kommt die Sonne durch.
Ich fühle mich sehr gut auf dem Rad. Der Wind ist okay, jetzt ist das Ziel der Wendepunkt nach Hawi.
Mein Knie bereitet mir auf dem Rad nicht so viele Probleme. Es schmerzt, ist aber zum Aushalten.
Da die schnellen und jungen Athleten nach uns gestartet sind werde ich oft überholt.
Der Anstieg nach Hawi ist der nördlichste Wendepunkt. Es ist ein stetig ansteigender Abschnitt über den Akoni Pule Highway, der für seine starken und unberechenbaren Seiten- und Gegenwinde (Ho’ömumuku-Winde) berüchtigt ist.
Die Straßenverhältnissen sind teilweise grenzwertig.
Ich bin super happy, als ich den Wendepunkt erreicht habe.
Jetzt habe ich bereits mehr als die Hälfte geschafft.
Die Abfahrt ist relativ anspruchsvoll, da die tückischen Seitenwinde nicht ohne sind.
Ich bin tapfer und fahre abgelegt. Klein machen, wenig Fläche bieten, das ist meine Devise.
Nach dem Abbiegen in Richtung Kailua Kona wird es dann richtig ekelig.
Seitenwind, man kommt schlecht vorwärts. Die Strecke zieht sich wie Kaugummi.
Ich kann mich noch daran erinnern, das war 2023 ähnlich. Als ich dann den Flughafen sehe, weiß ich, gleich geschafft.
Es sind schon einige Athleten auf dem Highway in Richtung Energy Lab unterwegs.
Oh je, ich wäre froh, ich wäre auch schon so weit.
In der Wechselzone kurz umziehen, Knie versorgen und ab auf die Laufstrecke.
Das Laufen mag mein Knie nicht.
Jeder Schritt tut weh, ich bin mir nicht sicher, ob ich komplett durchlaufen kann.
Die ersten Anstiege auf dem Ali‚i Drive gehe ich, das Laufen bereitet mir Probleme.
Ich halte jedoch tapfer durch.
Werner steht an der Strecke und feuert mich an.
Die Palani Road kann ich auch nur hoch gehen, alles andere wäre dumm.
Nun geht es auf den Highway, HHT macht ganz große Stimmung am Anfang des Highways.
Jetzt heißt es mit Bedacht laufen. Ich versorge mich an den Verpflegungsstellen und kühle mein Knie.
Ab und an muss ich mich etwas bedauern, ich hatte es mir anders vorgestellt.
Aber egal, man muss die Situation annehmen.
Bei Kilometer 21 geht mir kurz der Gedanke durch den Kopf, zur Not gehe ich die zweite Hälfte.
Aber dazu kommt es nicht. Ich mache zwischendurch immer Gehpausen, kühle mein Knie, das funktioniert ganz gut.
Das Energy Lab ist noch einmal eine Herausforderung. Es ist der tiefste Punkt der Laufstrecke. Kaum Zuschauer, Wind und kein Ende in Sicht.
Gefühlt dauert es eine Ewigkeit bis ich am Wendepunkt ankomme.
Jetzt heißt es die ganz Strecke wieder hoch zum Highway.
Oben angekommen ist es inzwischen dunkel.
An den Verpflegungsstellen werden Leuchtbänder ausgegeben. Ich habe vorsorglich eine Lampe eingepackt. Da mir der letzte Sturz noch in den Knochen steckt möchte ich kein Risiko eingehen.
Ich leuchte mir den Weg. Einige laufen komplett dunkel durch die Nacht, das ist mir zu gefährlich.
Jetzt geht es auf den Rückweg in Richtung Kailua Kona.
Ich bin mir inzwischen sicher, dass ich den Marathon auch schaffe.
Kleine Gehpausen helfen mir durchzuhalten.
Inzwischen genehmige ich mir auch mal eine Cola, ich kann das Isogetränk nicht mehr sehen.
Wer möchte bekommt Suppe angereicht, das ist nichts für mich.
Die Strecke zieht sich inzwischen furchtbar.
Man hangelt sich von einer Verpflegungsstelle zur nächsten.
Das ist das einzige Highlight auf der Strecke.
Eine Vielzahl von Athleten läuft noch in Richtung Energy Lab, ich bin froh, dass ich das bereits geschafft habe.
Irgendwann kommt die große Kreuzung in Sicht, ich glaube ich bin hoch gegangen, weiß es jedoch nicht mehr sicher.
HHT steht noch immer an der Strecke und macht Stimmung.
Jetzt ist es nicht mehr weit. Die Palani Road runter, hier bin ich dann auch kontrolliert runter gelaufen, dann noch 3 x abbiegen und es geht in Richtung Ziel.
Die Stimmung auf dem letzten Teilstück ist der Wahnsinn.
Ein Highlight war noch, dass Werner mit der Medaille im Ziel auf mich gewartet hat.
Ich bin froh und dankbar, dass mein Knie gehalten hat und ich diesen tollen Sport ausüben kann.
Das Angebot im After-Race-Bereich ist wirklich toll.
Leider kann ich nach dem Wettkampf nichts essen.
Ich lasse noch Fotos machen.
Da Werner es ebenfalls in der Afer-Race-Bereich geschafft hat gibt es auch noch ein Familienfoto.
Wir halten uns nicht sehr lange dort auf.
Mein Knie schmerzt, ich möchte zurück ins Hotel.
Das HHT Team bringt uns sicher nach Hause.
09.10.2026
Heute ist die letzte Möglichkeit die Speicher zu füllen.
Am Morgen noch eine kurze Rad- und Laufeinheit und das war es auch schon.
Ab 11:30 Uhr kann ich mein Rad und die Beutel einchecken.
Ich prüfe vorsichtshalber noch einmal die Beutel und Werner schaut noch einmal mein Rad durch.
Dann rolle ich ganz gemütlich die paar Kilometer zur Wechselzone. Es ist nicht viel los.
Es sind sehr viele Helfer vor Ort, es gibt keinen Stau beim Einlass.
Die Vorgaben hier auf Kailua Kona sind, dass der Helm am Rad bleiben muss.
Er darf nicht in den Wechselbeutel. Es muss auch keine Startnummer auf dem Rad getragen werden.
In der Wechselzone warten Helfer, man bekommt seine Reihe bzw. den Platz gezeigt.
Die Radständer sind etwas ungewöhnlich. Man stellt das Hinterrad rein und kann den Ständer auf die Felgenbreite einstellen, so dass das Rad sicher steht. Auf dem Pier muss man immer mit Wind rechnen.
Dann noch die Wechselbeutel abgeben. Blau für BIKE und rot für RUN. Das war es auch schon.
Werner ist mit dem Auto gekommen, so dass wir gemeinsam zurückfahren können.
Den restlichen Nachmittag verbringen wir ganz gemütlich im Apartment.
Am Abend gibt es das klassische Wettkampfessen. Spaghetti mit Tomatensoße.
Wir gehen frühzeitig ins Bett, morgen gibt es ein langer Tag.
08.10.2026
Jetzt steht Carbo-Loading auf dem Programm.
Natürlich achtet man die letzten Tage auf die Ernährung. Doch jetzt werden intensiv die Kohlehydratspeicher aufgefüllt.
Heute steht die letzte Schwimmeinheit vor dem Wettkampf auf dem Programm.
Ich sage nur, schlimmer geht immer.
Es war sehr früh bereits viel los am Pier.
Bei meinem ersten Blick zum Meer war ich etwas sprachlos.
Das Meer war total unruhig und es gab sehr hohe Wellen.
Ich war noch nie bei solch einem Wellengang schwimmen. Ich musste kurz überlegen, ob ich überhaupt ins Wasser gehe.
Habe dann beschlossen, es zu probieren.
Für mich persönlich war es furchtbar, das hoch und runter mit den Wellen. Die Orientierung komplett verloren. Die Übelkeit irgendwie ertragen. So etwa habe ich noch nie erlebt. Ich musste ständig anhalten, bin Brust geschwommen oder hab mit meiner Übelkeit gekämpft.
Ich muss furchtbar ausgesehen haben, ein anderer Schwimmer hat sich erkundigt, ob alles okay ist und ist einen Moment bei mir geblieben.
Ich kann nicht sagen, ob ich bei solch einem Wellengang 3,8 Kilometer schaffen würde. So eine Erfahrung brauche ich nicht mehr. Ich war für 1.000 Meter fast 30 Minuten unterwegs.
Ich bin zwar nicht so schnell, aber das ist ja noch einmal eine andere Hausnummer.
Am Abend gab es noch die klassische Pastaparty mit einem kleinen Rahmenprogramm.
War eine schöne Veranstaltung.
07.10.2026
Die Nacht war einigermaßen okay, ich konnte ganz gut durchschlafen.
Kurz vor 6:00 Uhr sind wir aufgestanden. Es gab den üblichen Kaffee mit Blick aufs Meer und danach wurde das Frühstück vorbereitet.
Um 9:00 Uhr ist die deutsche Wettkampfbesprechung. Inzwischen kennt man einige Leute und hält etwas Smalltalk. Kurz nach 9:00 Uhr startet die Besprechung. Ich muss sagen, die Erklärungen und Hinweise waren super. Selten so eine tolle Wettkampfbesprechung besucht.
Im Anschluss stand noch 1 Stunde Rad auf dem Plan, das war es dann auch schon.
Werner hat am Nachmittag bereits angefangen mein Rad vorzubereiten.
Es wurden neue Mäntel aufgezogen und geprüft, ob mit dem Rad alles in Ordnung ist.
Ich bin sehr froh, dass ich mich um solche Sachen nicht kümmern muss.
Es gab auch noch einen kleinen Crashkurs falls ich doch mal einen Plattfuß bekommen sollte.
Ich fahre Tubeless und bin sehr zuversichtlich, dass ich keine Panne habe.
Um 16:00 Uhr gab es noch eine separate Wettkampfbesprechung bei HHT.
Philipp Seibt ist ebenfalls dabei und gibt uns wertvolle Tipps.
Die Besprechung bei Hannes ist immer sehr witzig und trotzdem informativ.
Im Anschluss gibt es noch ein gemütliches Beisammensein mit Musik.
Da der Magen irgendwann knurrt verabschieden wir uns und bereiten das Abendessen vor.
Danach wird noch kurz ein Bericht geschrieben und etwas in den Social Medien gestöbert.
Man merkt, dass ich Nachts besser schlafe und jetzt am Abend nicht mehr so müde bin.
06.10.2026
Langsam rückt der Wettkampf näher und ich kann endlich normal schlafen.
Diese Zeitumstellung macht mir und vielen anderen doch zu schaffen.
Laut Hannes von HHT wird das immer schwieriger, je älter man wird.
Jedoch sehe ich es positiv, für mich war die Nacht erst um 4:30 Uhr vorbei.
Das ist doch okay.
Heute steht die Registrierung sowie die Nationen-Parade an. Jedoch gibt es nach dem Frühstück als erstes eine Radeinheit von 1:30.
Wie üblich geht es den Highway entlang. Es sind wirklich sehr sehr viele Radfahrer unterwegs. Nach 45 Minuten heißt es umdrehen und zurück zum Apartment.
Im Anschluss gibt es noch einen 40 minütigen Lauf.
Mit dem Klima komme ich ganz gut klar, jedoch möchte mein linkes Bein nicht so wirklich. Die Schonhaltung aufgrund der Knieverletzung macht sich scheinbar bemerkbar.
Egal, ich möchte nicht darüber nachdenken, mal schauen wie es am Wettkampftag läuft.
Meine Laufbegleitung, Werner, ist wie üblich dabei und versorgt mich mit Getränken.
Die Registrierung für Werner und mich erfolgt im Hotel King Kamehameha.
Das Hotel liegt direkt an der Wechselzone. Es ist kaum etwas los, ich komme gleich dran.
Die Registrierung ist gut organisiert. Meine Startnummer lautet 163.
Diese Nummer kann ich mir super gut merken, da 63 mein Geburtsjahr ist.
Um 16:00 Uhr ist Treffpunkt für die Nationen-Parade. Aufgrund des Sponsorings von der Zeitschrift Triathlon, HHT und diversen anderen hat das Team Deutschland ein Shirt, Kappe sowie Socken zur Verfügung gestellt bekommen.
Es war auch möglich, diese Artikel zu kaufen.
Aufgrund dessen sind sehr viele Athleten sowie die Begleitungen im
Team Germany T-Shirt gekommen. Das hat super ausgesehen.
Norman Stadler wurde dazu auserkoren, die Deutschlandfahne zu tragen. Deutschland ist die zweit größte Nation hier vor Ort. Das soll schon etwas heißen.
Für jedes Land gibt es eine eigene Fahne, das ist super organisiert. Die Aufstellung erfolgt nach dem Alphabet. Wir sind im ersten Drittel der Parade platziert.
Es geht entlang des Ali’i Drives in Richtung Messe. Es sind viele Zuschauer vor Ort, die Stimmung ist toll.
An der Messe endet die Parade und man hat die Möglichkeit noch einmal über die Messe zu bummeln.
Im Anschluss geht es nach Hause, der Magen knurrt.
Noch kurz etwas gegessen und dann noch etwas relaxen.
05.10.2026
Heute steht Schwimmen auf dem Plan.
Eigentlich 3.300 Meter im Pool. Aufgrund meiner Wunde ziehe ich es jedoch vor, im Meer zu schwimmen.
Ab heute sind auch Helfer am Pier, die auf die Taschen aufpassen. Da noch nicht so viele Bojen draußen sind habe ich teilweise Probleme mit der Orientierung.
Ich habe auch noch meine Uhr vergessen, sodass ich keine Gefühl habe, wie weit ich geschwommen bin.
Aber egal, das darf man nicht so eng sehen.
Im Anschluss an das Schwimmen fahren wird in unsere Unterkunft zurück, das Frühstück ruft.
Danach gibt es einen kleinen Rundgang über das Hotelgelände mit anschließendem Einkehrstopp bei HHT. Das Team ist super toll, immer gut gelaunt und sehr hilfsbereit.
Es gibt immer etwas zu erzählen.
Jetzt noch 20 Minuten Mobilisation und das Tagessoll ist erfüllt.
Um 17:00 Uhr laden das Hannes-Hawaii-Team sowie die Zeitschrift Triathlon zu einem Welcome Get-Together Treffen im Beach Club ein.
Es gibt dieses Jahr ein Team Germany mit allen Athleten aus Deutschland, die in Hawaii starten.
Ich bin erstaunt, wie viele tatsächlich zu diesem Treffen gekommen sind. Es gibt eine kleine Ansprache sowie jeweils in Interview mit der Legende Norman Stadler sowie dem Rookie (Profi) Jonas Schomburg.
Im Anschluss werden kleine Snacks gereicht und man unterhält sich mit dem an- oder anderen.
Danach heißt es ab ins Bett.
Es ist bereits spät und die Augen werden schwer.
04.10.2026
Die Nacht war ganz okay.
Heute steht lediglich eine Radeinheit sowie eine Laufeinheit auf dem Plan.
Wir sind ohne Wecker so gegen 6:00 Uhr wach.
Wie jeden Morgen gibt es den ersten Kaffee auf dem Balkon mit Blick aufs Meer.
Es wird langsam hell, der Tag kann beginnen. Im Anschluss gibt es Frühstück.
Es werden die Radsachen gerichtet, Getränke sind bei diesem Klima wichtig und dann geht es ab in Richtung Highway.
Es ist Wahnsinn, wie viele Leute bereits mit dem Rad unterwegs sind.
Da Sonntag ist, hält sich der Verkehr in Grenzen. Es fahren kaum LKW’s.
Heute heißt es 2 ½ Stunden GA1, nicht so schwer treten, damit mein Knie nicht überlastet wird.
Der Wind meint es gut mit uns. Nach 75 Minuten wenden wir und es geht die Strecke wieder zurück. Nach etwas mehr als 2 ½ Stunden sind wir wieder im Hotel angekommen. Die Radklamotten sind klatsch nass.
Da ich nicht sofort loslaufen muss, mache ich mir noch ein Portion Müsli.
Das hätte ich besser nicht gemacht. Der Anschlusslauf bereitet mir Probleme.
Es ist sehr warm, das Müsli liegt mir schwer im Magen.
Ich komme nicht in meinen Laufstil. Aber egal, irgendwie gehen die 30 Minuten um und wir sind wieder beim Hotel.
Nachmittags fahren wir noch einmal zum Supermarkt um die Getränke aufzufüllen. Natürlich gibt es dann noch einen leckeren Ice-Kaffee.
Nach dem Abendessen fallen uns die Augen zu.
Wir gehen früh zu Bett.
03.10.2026
Die Nacht war leider auch nicht viel besser als die letzten Nächte.
Keine Ahnung weshalb ich dieses Mal so viele Probleme mit der Zeitumstellung habe.
Ich habe wieder ab 2:30 Uhr wach gelegen, bis um 6:00 Uhr der Wecker geklingelt hat.
Werner hat ähnliche Probleme, das beruhigt mich etwas.
Nach einem Kaffee mit Blick auf das Meer und den Sonnenaufgang haben wir die Schwimmtasche gepackt und sind zum Pier gefahren. Dort haben wir Norman Stadler getroffen. Ein ehemaliger Profitriathlet, der 2004 und 2006 die Ironman World Championship Meisterschaft auf Hawaii gewonnen hat.
Er nimmt dieses Jahr, so wie viele andere Agegrouper, an der Weltmeisterschaft auf Hawaii teil.
Eine weitere Persönlichkeit hatte bereits sein Schwimmtraining abgeschlossen.
Bob Babbitt, eine Legende im Triathlon Sport. Bob ist ein amerikanischer Journalist und nahm 1980 am erst dritten Ironman teil.
Wer Triathlon macht, kennt Bob Babbitt. Während der Weltmeisterschaft ist seine Interviewreihe „Breakfast mit Bob“ ein absoluter Kult-Treffpunkt, bei dem er Legenden und Newcomer vor die Kamera holt.
Werner hat eine Foto von Bob und mir gemacht, wir haben ein wenig gequatscht. Ein sehr netter Typ.
Natürlich war ich auch kurz im Wasser und bin ein paar Meter geschwommen.
Im Anschluss gab es noch einen leckeren Kaffee und einen Muffin.
Da heute auch die Messe eröffnet hat waren wir natürlich noch etwas schoppen.
Danach ging es nach Hause zum Frühstück und dann sind wir aufs Rad und wie üblich, den Highway entlang gefahren. Da es meinem Knie ganz gut geht bin ich noch eine kleine Runde gelaufen.
Das obligatorische Dehnen und Triggern kamen natürlich noch mit dazu.
Man möchte ja Verletzungen vorbeugen.
Mein Knie hat das Training gut überstanden. Ich bin inzwischen sehr positiv eingestellt.
Am Nachmittag haben wir noch etwas gechillt.
Der Tag neigt sich dem Ende zu.
02.10.2026
Es war die erste Nacht, die ich endlich durchschlafen konnte.
Das ist ein super Gefühlt und gibt mir die Bestätigung, dass es aufwärts geht.
Früh am Morgen steht wieder eine Schwimmeinheit an.
Es ist bereits wesentlich voller am Pier. Langsam füllt sich die Inseln mit Triathleten.
Die Schwimmeinheit ist unspektakulär. Leider sind keine Delfine oder außergewöhnliche Fische unterwegs.
Die Orientierung fällt mir heute etwas leichter.
Nach dem Frühstück geht es wieder aufs Rad. Da die Einheit vom Vortag super funktioniert hat und das Knie okay ist stehen 2 Stunden Rad auf dem Plan.
Es wird die Wettkampfstrecke auf dem Highway gefahren. Wahnsinn wie viele Athleten unterwegs sind.
Heute merke ich auch ganz extrem die Hitze sowie die hohe Luftfeuchtigkeit.
Der Schweiß läuft in Strömen. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen.
Der Puls ist höher, es erscheint anstrengender. Das regelt sich aber, wenn man noch einige Einheit absolviert hat.
Nach 1 Stunde geht es auf den Rückweg.
Werner hat wesentlich mehr Probleme mit dem Klima, nun ja, er muss sich auch erst akklimatisieren.
Im Anschluss wird noch etwas gedehnt (soweit es mit dem Knie klappt) und die Rolle benutzt.
Zum Abschluss des Tages besuchen wir noch ein Cafe mit leckerem Kaffee in Kona.
Man merkt, dass zwei Kreuzfahrtschiffe vor Anker sind, es sind viele Touristen unterwegs.
Die Messestände von Ironman werden inzwischen auch aufgebaut.
Der Run auf die Merchandise Artikel beginnt morgen früh. Wir sind natürlich auch dabei und werden wahrscheinlich auch einiges shoppen.
Es wird zwar nichts benötigt, aber man möchte ja Erinnerungsstücke haben.
Es gibt eine Banner mit den Namen aller Teilnehmer.
Ich habe mich auch gefunden, die Startnummer 163 ist meine Nummer.
Wir machen natürlich, wie bei jedem Wettkampf, ein Foto von meinem Namen.
Es muss ja alles dokumentiert werden.
Nach dem Abendessen wird noch ein bisschen entspannt bevor wir die Nachtruhe einläuten.
Ach, ganz vergessen zu erwähnen, wir hatten heute auch Hochzeitstag.
Die Geschenke haben wir aber zu Hause gelassen.
01.10.2026
Leider war die letzte Nacht ebenfalls nicht so prickelnd.
Ich denke, ich habe im Unterbewusstsein noch immer Stress mit meinem Knie.
Es ist jetzt schon die zweite Nacht mit Problemen beim Schlafen.
Ich glaube nicht, dass es mit der Zeitumstellung zusammenhängt.
Nun ja, es kann nur noch besser werden.
Nach Rücksprache mit Trainer und Arzt waren wir heute früh am Pier um das erste Mal zu schwimmen.
Das Meer und ich werden in diesem Leben keine Freunde mehr.
Die Wellen beeinflussen meinen Magen sowie meine Orientierung.
Ich tue mich schwer, die Bojen zu sehen und die korrekte Richtung einzuschlagen. Ich denke, daran wird sich auch nichts ändern.
Mein Knie bereitet mir beim Kraulen keine Probleme,
lediglich die Spannung aufgrund der Schürfwunde ist etwas unangenehm. Das Brennen durch das Salzwasser blende ich komplett aus. Ganz wichtig nach der Schwimmeinheit, die Wunde
ordentlich zu versorgen.
Im Anschluss gibt es ein gemütliches Frühstück auf unserem Balkon mit Blick aufs Meer.
Nach Rücksprache mit meinem Trainer wage ich mich ganz vorsichtig aufs Rad.
Die ersten Meter sind furchtbar, die Schmerzen von der Schürfwunde ganz schön heftig.
Ich kann jedoch feststellen, dass mir das Knie keinerlei Probleme bereitet, es ist nur die Schürfwunde sowie die Schwellung, die mir das Anwinkeln erschwert.
Ich bin jedoch glücklich, endlich ein paar Meter auf dem Rad zurücklegen zu können.
Es fühlt sich gut an, den Alii Drive entlang zu rollen, auch wenn die Geschwindigkeit sowie der Druck aufs Pedal ganz wenig ist.
Es ist ganz schön Betrieb auf der Strecke. Läufer wie Radfahrer teilen sich den Seitenstreifen.
Nach der kurzen Ausfahrt kühle ich sofort wieder mein Knie, ich habe aber keine Probleme, das Knie hält.
Das stimmt mich sehr positiv und ich bin sicher, dass ich am 10. Oktober am Start stehe.
Am Abend wird noch etwas gechillt und wir gehen früh ins Bett.
Da es ja bereits kurz nach 18:00 Uhr dunkel wird, sind die Tage relativ kurz.
30.09.2026
Die Nacht war durchwachsen.
Ich konnte nicht richtig schlafen und war bereits sehr früh wach.
Mein Knie schmerzt, ich bin erschlagen.
Aber egal, der Sonnenaufgang vom Balkon aus anzusehen entschädigt für vieles.
Die Wellen sind heute ziemlich hoch. Genau das, was ich nicht mag!
Jetzt heißt es erst einmal einkaufen, um dann gemütlich zu frühstücken. Die Preise im Supermarkt sind der Wahnsinn, man darf nicht darüber nachdenken. Unser Appartement liegt gut, wir haben einen schönen Blick aufs Meer.
Da wir bereits das 5. Mal auf Hawaii sind kennen wir uns inzwischen auch ganz gut aus.
Am Nachmittag kommen die Räder und Werner baut das erste Rad auf.
Ich liege überwiegend auf dem Sofa und kühle mein Knie.
Bin mental nicht gut drauf, da ich nicht sicher bin, ob ich am 10. Oktober starten kann.
Nach dem Essen falle ich müde uns Bett, kann jedoch nur sehr schlecht schlafen.
Es gehen mir so viele Gedanken durch den Kopf. So viel trainiert und jetzt dieser Sturz.
Ich habe vorsorglich noch eine Nachricht an meinen Arzt und meinen Trainer geschickt.
Ich muss schauen, was ich am besten in dieser Situation mache.
Daher ist es sinnvoll sich mit dem Trainer und dem Arzt abzustimmen.
Beide sind sehr positiv eingestellt und sind sich sicher, dass ich starten kann.
29.09.2026
Meine fünfte Reise nach Hawaii
Dieses Jahr reise ich leider mit gemischten Gefühlen nach KONA.
Am Samstag vor der Abreise bin ich bei einem Lauf gestützt.
Die rechte Seite ist etwas geprellt und mein Knie hat es erwischt. Schürfwunde am Knie, der Schleimbeutel hat etwas abbekommen und das Knie ist geschwollen. Man kann sich sicherlich vorstellen, dass die Freude auf die Reise nach Hawaii erst einmal etwas gemildert war.
Nach einem Check durch meinen Arzt wurde sichergestellt, dass ansonsten alles in Ordnung ist und ich meine Reise nach Hawaii antreten kann. Ich hatte trotz allem Glück im Unglück. Nach 2 Tagen nichts tun und Füße hochlegen ging es am 29.10.26 dann endlich los. Erste Station von Frankfurt nach San Fransisco mit einer 1 ½ stündigen Verspätung. Im Anschluss ging es dann weiter nach Kona. Ankunft in Kona abends um 21:30 Uhr, das Empfangskomitee von Hannes Hawaii Team stand bereits bereit. Aufgrund der vielen Athleten konnten nicht alle Räder mitgenommen werden. Werner und ich waren auch davon betroffen. Die Räder sollen am nächsten Tag kommen. Nach der Ankunft kurze Begrüßung durch das Team und dann noch schnell de Mietwagen abholen. Schnell ist relativ mit meinem Knie. Ich hatte vorsorglich Creme, Pflaster, Desinfektion eingepackt, somit konnte ich unterwegs mein Knie versorgen. Um kurz nach 11 Uhr sind wir dann endlich in unserem Appartement Kona by the Sea angekommen. Schnell noch Koffer auspacken, duschen und dann ab ins Bett. Die Anreise ist immer ein langer Tag.
2026
Kona HAWAI'I - ich komme !
14. Juni 2026
Januar 2026
QUALIFIED - 2026 IRONMAN WORLD CHAMPIONSHIP







